Der BGHM-Sicherheitspreis in Silber für Weidemann.
Der bundesweite Sicherheitspreis der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) beschäftigt sich seit Jahren richtungsweisend mit dem Thema Arbeitssicherheit und Gesunderhaltung in den verschiedenen Betrieben der beiden Branchen. Die Weidemann GmbH bekommt die begehrte Auszeichnung in Silber für mehrere starke Arbeitsschutz-Ideen, die positiv dazu beitragen, die Entwicklungs- und Produktionsabläufe im Unternehmen zu verbessern. Ute Emsel und Matthias Proll von der BGHM führten am 28. April die Preisverleihung im Rahmen einer Feierstunde direkt bei der Weidemann GmbH in Korbach durch. Die Weidemann Mitarbeiter Jens Harde, Arne Heinemann, Marius Knoche und Carsten Krummel wurden für ihre wegweisenden Verbesserungsideen geehrt und ausgezeichnet.
„In den 90er-Jahren wurde der Sicherheitspreis der BGHM ins Leben gerufen und hat seitdem mehrere Anpassungen durchlaufen. Bei dem in 2026 neu definierten Sicherheitspreis in Silber und Gold geht es uns speziell darum, den Preis auf einen nächsten Level zu heben. So ehrt die BGHM nun besonders innovative Ideen aus Mitgliedsunternehmen, die vorbildlich und praxisnah Arbeitsunfälle oder Berufskrankheiten verhindern, mit dem BGHM-Sicherheitspreis in Silber“, erläutert Ute Emsel von der Akademie der BGHM. Aus den Auszeichnungen in Silber werden abschließend drei Preise in Gold ausgezeichnet.
Bei der Preisverleihung standen aber nicht nur die prämierten Projekte im Vordergrund, sondern auch die Unternehmenskultur wurde hervorgehoben. Die Aufsichtsperson der BGHM, Matthias Proll, sagt dazu: „Die Arbeitssicherheitskultur bei Weidemann entwickelt sich sehr gut weiter, die Vielzahl der guten Ideen im Unternehmen und deren Umsetzung ist vorbildlich – ein positives Resultat von stetiger Einbeziehung der Mitarbeiter. Der Preis für die Weidemann GmbH honoriert dieses.“
Das Thema Arbeitssicherheit als fester systematischer Bestandteil einer aktiven Unternehmenskultur wird von der Weidemann GmbH seit Jahren kontinuierlich verfolgt und gefördert. Schließlich geht es genau darum, dass alle Mitarbeiter sicher arbeiten wollen und somit Arbeitsunfälle minimiert werden können.
Die Verbesserungen im Einzelnen:
Jens Harde, Technischer Geschäftsführer Operations, fiel auf, dass bei Montagearbeiten im Heck einer Maschine bei bereits montierter und offener Haube die Gefahr bestand, sich am scharfkantigen Schloss der Haube verletzen zu können. Mit Hilfe eines Kantenschutzes, der im 3D-Druck-Verfahren selbst umgesetzt werden konnte, wird der Kopfbereich des Mitarbeiters nun einfach und effizient geschützt.
Arne Heinemann, Mitarbeiter KVP, hat sich mit der Montage der Gelenkwelle befasst, die von unten vorgenommen wird. Mit dem speziell angefertigten Rollbrett wurde die Ergonomie für Montagearbeiten unter einer Maschine in der Position zwischen zwei Montagewagen deutlich verbessert.
Auf Anregung von Carsten Krummel, Leiter Instandhaltung, wurde ein geeigneter Sammelbehälter für kritische Li-Ionen Batterien von Kleingeräten eingerichtet und mit Löschgranulat befüllt. Somit kann die Betriebssicherheit in punkto Brandgefahr deutlich gestärkt werden und die defekten Batterien ordnungsgemäß entsorgt werden.
Für insgesamt sechs Einzelideen zur Arbeitssicherheit wurde Marius Knoche, Mitarbeiter Qualitätsmanagement, ausgezeichnet. So konstruierte und fertigte er Spezialwerkzeuge an, die in der Montage gerade bei engem Bauraum eine hohe Handhabungssicherheit hervorbringen, wie z.B. einen Schraubenschlüssel, um eine Magnetspule zu befestigen, einen kompakten Schraubendreher für den Einbau des Radioschachtes, einem Schraubwerkzeug, um einen engen Rohrbogen anzubringen, einen Spezialschlüssel, mit dem man Bowdenzüge einstellen kann. Das Vermeiden von Handverletzungen und Verkratzungen an den Bauteilen und Zeitersparnis in jedem Vorgang kennzeichnen diese neuen Werkzeuge.
Darüber hinaus entwickelte er eine Montagehalterung für die Prüfbox von Elektroanschlüssen, die zuvor keine feste Position im Prüfvorgang hatte. Dieses Hilfsmittel für die sichere Montage von großen Hydraulikzylindern bringt ebenfalls einen enormen Sicherheitsvorteil mit sich.
BU: Die Preisverleihung des BGHM-Sicherheitspreises am 28.April 2026 bei Weidemann,
v.l.n.r.: Matthias Proll (BGHM), Jens Harde (Geschäftsführer Operations), Marius Knoche (Mitarbeiter Qualitätsmanagement), Sascha Rüther (Lean Manager), Arne Heinemann (Mitarbeiter KVP), Thomas Oberlies (Leitung Produktion), Carsten Krummel (Leiter Instandhaltung), Kai Figge (Arbeitssicherheit), Stefanie Fettke (Betriebsrat), Harald Schmidt (externer Berater) und Ute Emsel (BGHM) mit dem speziell angefertigten Rollbrett.